|
Sylvia Reiß – Tango
Tango Argentino, das ist die Musik meines Herzens.
Während ich meine ersten Erfahrungen im Tangotanzen machte,
entwickelte sich schon sehr früh meine Liebe zum Tango Nuevo
des Bandoneonmeisters Astor Piazzolla.
Seine Musik berührt und bewegt mich in meinem tiefsten Innern.
In meinen Konzerten erzähle ich aus der Entwicklungsgeschichte
des Tango Argentino, von den ersten Instrumenten im Tango-Orchester
(Flöte, Geige und Harfe), und ich spiele vorwiegend Kompositionen
von Astor Piazzolla, die ich mit viel Freude für die Harfe bearbeitet habe.
»… auf der Harfe bekommen die Werke des Meisters eine völlig neue
Bedeutung, eine schwebende, fast körperlose Eleganz, die klarmacht,
dass spätestens seit Piazzolla der Tango mehr als eine Tanzmusik ist.«
(HNA, Kassel)
Traditionelle Standards wie »Mi Noche Triste« und »El Choclo«
fangen in Text und Melodie den sich immer wieder wiederholenden
und gegenwärtigen Schmerz in der Liebe ein.
Das ist die Musik Argentiniens, das ist Tango
– »Ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann«,
wie einst Discepolo sagte.
Das Pendant hierzu findet man in der unmittelbaren Nachbarschaft
Argentiniens: in Brasilien, Chile, Venezuela, Kolumbien, Paraguay, …
Hier pulsiert die lebensfrohe Musik Lateinamerikas, die in die Beine
geht. In den meisten dieser Länder gehört die Harfe zu den
Traditionsinstrumenten, auf der in rasantem Tempo die Bandbreite
lateinamerikanischer Rhythmik gespielt wird.
Über die Liebe zu dieser feurigen Musik und den freundschaftlichen
Kontakt zu Harfenisten aus Südamerika habe ich mir auch diese
Musikrichtung zu eigen gemacht und möchte sie in meinem Repertoire
nicht mehr missen.
|
|
|